HEINRICH HONSELL (Hrsg.), Kurzkommentar Obligationenrecht – Kommentar, Helbing Lichtenhahn Verlag, Basel, 2014, 3360 Seiten

Rezension zum mietrechtlichen Teil der Ausgabe 2008, aus mietrechtspraxis/mp Nr. 2/08:

Achter Titel: Die Miete, Art. 253 ff. OR von Hans Peter Walter.

Der Kommentierungen des Obligationenrechts gibt es viele auf dem schweizerischen Markt; kein namhafter juristischer Verlag, der sich hier eine Blösse geben wollte. Nebst den altehrwürdigen Berner bzw. Zürcher Kommentaren (Stämpfli bzw. Schulthess) hat sich der Basler Kommentar – bzw. der Commentaire Romand als französischsprachiges Pendent (Helbing Lichtenhahn) als handliche Alternative etabliert. Der Trend zu noch knapperen Abhandlungen setzte sich fort mit dem Handkommentar zum Schweizerischen Obligationenrecht (Orell Füssli) sowie dem Handkommentar zum Schweizer Privatrecht (Schulthess).

Der Helbing Lichtenhahn Verlag stellt mit dem Kurzkommentar Obligationenrecht dem in der Praxis viel verwendeten Basler OR-Kommentar eine Kurzfassung – quasi einen kleinen Bruder zur Seite. Wollte man die verschiedenen Kommentare klassifizieren nach Vertiefungsstufe, so gehörte der Kurzkommentar zweifellos in die Schublade der Werke mit der geringsten Bearbeitungstiefe; viel knapper geht es nicht.

Der mietrechtliche Teil behandelt schnörkellos und konzis das Wichtigste in Kürze. Beispielsweise finden die Ausführungen zum Hinterlegungsrecht auf einer einzigen Seite Platz. Zitiert werden nur die grundlegende und die neuere Literatur. Bei den Verweisen auf das Schrifttum legt sich der Autor Zurückhaltung auf. Bis zu Fragen, welche in Literatur und Praxis kontrovers diskutiert werden, stösst der Kommentar kaum vor; dementsprechend enthält er auch keine Stellungnahmen oder Meinungsäusserungen des Autors. Das Werk ist nicht als Nachschlagewerk angelegt, welches dem Spezialisten Auskunft geben würde über Detailfragen im mietrechtlichen Alltag, vielmehr soll es zu einem raschen Einstieg in die Materie und einer Übersicht über die wichtigsten Grundpfeiler des Mietrechts verhelfen. Diesem Zweck kommt die übersichtliche, zweifarbige Darstellung entgegen. Nützlich ist ferner die Bezeichnung der Gesetzesmaterialien, der Nebenerlasse, der Spezialgesetzgebung, der einschlägigen Periodika und der einschlägigen allgemeinen Literatur am Anfang des achten Titels.